Archiviert unter 'Home is where your heart is'

Joseph

Rauchend saß ich in der Küche und dachte wie immer an viel Böses, als das Schicksal eine neue Seite im Münster-Drehbuch aufschlug.

Auf einmal war er da. Nassgeregnet saß er auf der Fensterbank, die sonst den Dohlen vorbehalten ist, und bat um Einlass. Sich seiner eigenen Reize durchaus bewusst, drückte er die Pfoten von außen an die Scheibe, maunzte leise, wir MUSSTEN in rein lassen, es war alternativlos.

Er schaute sich um, inspizierte die Wohnung, steckte seine Arme in die Löcher der Badezimmertür und entschied sich dann wie selbstverständlich für ein kleines Schläfchen auf dem roten Teppich. Als ob es nie etwas anderes gegeben hätte.
Eine Stunde später ließen wir ihn wieder hinaus in die Nacht. Das Radio spielte melancholisch-leichte Gitarrenmusik. Hollywood hätte den Moment des Abschieds schmalziger nicht inszenieren können.

Ein paar Tage später saß er zur allgemeinen Erleichterung wieder auf der Fensterbank.

Was für ein Kater. Er ist jung, jugendlich verspielt und (hyper)aktiv, ohne jede Menschenscheu (das hört sich hier langsam an wie bei Tiere suchen ein Zuhause im WDR); er muss jedem Geräusch auf den Grund gehen und rotiert hundegleich, bevor er seine präferierte Schlafposition gefunden hat.

Wieso wir ihn letztendlich Joseph nannten weiß ich gar nicht mehr. Seinen wahren Namen wollte er uns nicht verraten und Hey! bzw. Pfeifgeräusche sind auch keine Dauerlösung. Mittlerweile bilden wir uns ein, er würde auf Joseph hören, doch eigentlich könnten wir auch jeden beliebigen Namen rufen. K. träumte jüngst er würde Nico heißen und bei einer älteren Dame wohnen.

Seit unserer ersten Begegnung ist nun ein guter Monat vergangen. Wir sind eher unfreiwillig wieder zu Teilzeitkatzenbesitzern geworden. Joseph kommt und geht nach eigenem Ermessen. Mal ist er für mehrere Tage verschwunden, mal kommt er zweimal täglich um es sich auf der Couch für ein gepflegtes Nickerchen bequem zu machen.

Kommentieren 10. August 2009

Weitere Tiere der Nachbarschaft

Kommentieren 14. May 2009

Hat geklappt


Der zweite, erfolgreiche Versuch an die Frucht zu gelangen. Great success!

2 Kommentare 12. May 2009

Die klangvollen, oft scharf und metallisch klingenden Gesänge der Dohle bestehen hauptsächlich aus Lauten wie “kja” und “schack”

Kommentieren 12. May 2009

Huch

7 Kommentare 15. April 2009

Wir siedeln

24 Jahre Randruhrgebiet. Mehr als genug.

Wie schon viele vor uns und wahrscheinlich auch viele nach uns verlassen wir das sinkende Schiff namens Hagen, das uns außer toto und dem kleinen Kino mit den unbequemen Sitzen nichts mehr zu geben hat.

Hagen verliert 50% seiner Blogger.

Der Zeitpunkt ist überfällig. Die Armseligkeit meiner Heimatstadt wird immer peinlicher. Ja, die Innenstadt ist renoviert worden, sieht fast gut aus, wir haben jetzt sogar eine kleine Mall, aber wie sollen wir bald zu den unschlagbar günstigen Ein-Euro-Läden kommen, wenn der ÖPNV weiter kaputtgespart wird? Gerade abends fahren in für mich relevante Richtungen kaum noch Busse, und wenn das nächste Sparpaket kommt (und es wird kommen) dann wird der Takt nochmal großzügig ausgedünnt.

Politik gegen die Menschen hat in Hagen Tradition. Der neueste Schildbürgerstreich wird die Erhöhung der Grundsteuer um 769% (das ist kein Tippfehler), eine Kopfgeburt des Spar-Mentors, den Hagen aufgebrummt bekommen hat, nach den Millionenverlusten mit Swap-Geschäften und der allgemeinen Misswirtschaft der letzten Jahrzehnte.

Na ja. Mir kann’s ja jetzt auch egal sein, dass die Schwimmbäder geschlossen werden, denn… *Trommelwirbel*… K und ich ziehen nach… *stärkerer Trommelwirbel* Münster! *Tusch*.

Münster in Westfalen. Richtig. Die Studentenstadt. Die Fahrradstadt. Die Busse-fahren-alle-zehn-Minuten-Stadt. Die Innenstadt-ist-für-Autos-gesperrt-Stadt. Die Steh-nicht-auf-dem-Radweg-rum-sonst-wirst-du-angebrüllt-bzw.-umgefahren-Stadt. Die lebenswerteste Stadt der Welt. o_Ó

Münster ist teuer. Hier wollen viele Menschen leben, besonders diese affigen Mittzwanziger, die das Leben in der Provinz satt haben und jetzt meinen in Münster würde alles anders werden. Hmm. Eine bezahlbare, aber nicht-abgeranzte Wohnung in Münster zu finden ist die Hölle, die wir in den letzten Wochen durchschritten haben. Mit Erfolg. Und Glück. Hier wohnen wir bald:

Überall mit dem Fahrrad hinfahren. Der Aasee mitten in der Stadt! Die kleinen Kinos! Der Prinzipalmarkt! Die Touristen! Der Regionalligafußball!

Ich freue mich.

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9 Kommentare 22. January 2009

Jakobus

Kommentieren 25. December 2008

Klasse statt Masse bzw. am Ende dann andersherum

Komm, wir machen einen Milly!

Meine Fertigkeiten lassen nur ein diabolisch grinsendes Gesicht zu.

Milly geschminkt. Ich bräuchte ‘ne Pinzette!

Zwei Kilo Teig insgesamt, glaube ich. Ein echter Marathon.

Ist das der echte Milly oder der Teigmilly? Man kann es kaum sagen!

4 Kommentare 30. November 2008

Einen Simon gab es schon

Ich wäre gern beidfüßig.
Bin ich aber nicht!

Mein linkes Bein ist einen guten Zentimeter kürzer als das rechte. Das ist der Grund, weshalb ich mit links deutlich härter und präziser schießen kann. Das war in der F-Jugend schon so. Meiner obskuren Theorie nach ist es sogar von Vorteil, wenn das Standbein etwas länger ist, weil man nicht ganz so weit ausholen muss, um den Ball gut zu treffen.

Wenn ich mit rechts schieße, sieht das immer ein bisschen komisch aus, weil ich meinen Körper wegen dieses verdammten Zentimeters etwas mehr nach links lehnen muss, um nicht in den Platz zu treten. Die Präzision geht dabei wegen des unvorteilhaften Körperschwerpunkts freilich flöten.

Interessanterweise kann ich mit rechts trotzdem mehr als die meisten meiner Teamkollegen mit links. Das liegt wohl daran, dass fast sämtliche Übungen im Training für Rechtsfüße ausgelegt sind, was auch verständlich ist, weil die nun mal in der Mehrheit sind (mind. 80%). So werde ich als Linksfuß des Öfteren gezwungen, mein schwächeres Bein zu benutzen, während die Rechtsfüße so gut wie nie angehalten sind auch mal mit links zu schießen. Alles eine Frage der Fußballsozialisation.

Gut ist, dass man als Linksfuß eigentlich immer aufgestellt wird, weil die linke Seite ja besetzt sein muss. Ein Rechtsfuß auf der linken Seite steht ständig vor dem sogenannten Philipp-Lahm-Problem. Anders als ein Linksfuß kann Lahm vor dem Sechzehnmeterraum eigentlich nur nach innen ziehen (was nicht zwangsläufig schlecht sein muss). Läuft er dennoch außen weiter bis zur Grundlinie, muss er abstoppen und sich den Ball auf den starken rechten Fuß legen, während ein Linksfuß einfach weiterläuft und eine schöne, vom Torwart weggerichtete Flanke rein bringen kann.

Noch Fragen?

3 Kommentare 23. October 2008

Passende Überschrift gesucht

Kommentieren 6. October 2008

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